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Fair-Price Shareware - eine ZwischenbilanzFairer Preis für faire Leistung - wieviel sind Anwender bereit zu zahlen?Die GeschichteGoColored ist ein kleines Tool, das aus einem für den Eigenbedarf entwickelten Script hervorgegangen ist. Als das Script so
weit war, dass ich es selbst benutzen konnte, kamen aus dem Bekanntenkreis sehr positive Reaktionen, die mir zeigten, dass
offensichtlich ein Bedarf für ein solches Progrämmchen besteht.
Der Weg von einem Script für den Eigenbedarf zu einem Paket, das für sich allein bestehen kann, ist allerdings eine gewisse - größtenteils recht langweilige - Plackerei. Ich wollte also zumindest die Möglichkeit sehen, ein paar Euro zurückzubekommen, wenn ich dieses Paket zusammenstellen und der Netzwelt zu Verfügung stellen sollte. Aber wie viel kann man für ein solches Mini-Programm verlangen? Mehr als 2,50 EUR würden gegen mein Verständnis für Preis/Leistungs-Verhältnis
verstoßen. Für diesen Betrag nun wiederum lohnt sich der Arbeitsaufwand für Registrierungen und abgespeckte Versionen kaum
noch.
Und wie sollte ich GoColored als Shareware-Version abspecken? Der Aufwand für eine klassische Shareware-Lizenzierung war mir also zu hoch. Ich wollte diese Arbeitszeit lieber in das Paket
selbst stecken.
Die IdeeSo kam mir dann die Idee der Fair Price Lizenz. Überlasse ich doch dem Anwender, wieviel er zu zahlen bereit ist.
In den laufenden Diskussionen über kopiergeschützte CDs und die Krise der Musikbranche lautet ein immer wieder gehörtes Argument:
Wir sind ja bereit zu bezahlen. Aber eben keine überhöhten Preise für schlechte Produkte.
Die Musikindustrie argumentiert dagegen:
Solange es nur um Worte geht, glauben wir euch gern. Aber wir wollen nicht mit leerem Geschwätz bezahlt werden, sondern mit
Geld.
Ich entschloss mich daher, zu testen, welches Argument stichhaltiger ist. Sind Anwender tatsächlich bereit, einen angemessenen
Preis zu bezahlen? Wenn man zwar theoretisch eine Straftat begeht, aber die Gefahr, erwischt zu werden, gleich null ist? Wenn
man schon mit der Überweisung von 20 Cent auf der sicheren Seite ist und seinen Pflichten Genüge getan hat?
Natürlich wird nicht jeder Nutzer zahlen. Und auch nicht jeder zehnte. Aber vielleicht jeder hundertste? Diese Frage fand ich so interessant, dass ich diese Lizenz in die Tat umsetzte.
Man kann ja mal schauen, was dabei herauskommt - irgendwann ein Betrag, von dem man einmal Essen gehen kann? Oder die Erkenntnis, dass die Musikindustrie tatsächlich recht hat? Die ZugriffszahlenGoColored erfreute sich vom Start im Februar 2004 an einer gewissen Beliebtheit.
Die Zugriffszahlen im Einzelnen (jeweils nur Zugriffe mit Statusmeldung 200 OK, gecachte Zugriffe nicht berücksichtigt ):
Nun ist nicht jeder online-Zugriff ein regelmäßiger Nutzer, und nicht jeder, der sich das Paket herunterlädt, kann etwas damit
anfangen. Doch da beide Zahlen inzwischen eine Größenordnung erreicht haben, in der man sinnvoll Statistik treiben kann, ich
noch keine Beschwerden oder andere negative Rückmeldungen erhalten habe, und die ersten User anfangen, bei Suchmaschinen explizit
nach "GoColored" zu suchen, ist es nun Zeit für eine Zwischenbilanz.
Die ZwischenbilanzKurz vor Weihnachten 2004 habe ich den ersten Zahlungseingang verzeichnet, am 5. September 2005 den zweiten. Die Einnahmen
durch GoColored belaufen sich damit bisher (02.06.2005) auf 7,00 EUR. Schöne Grüße und herzlichen Dank in den Raum Hagen/Dortmund,
an F.P. und an L.B. aus der Schweiz, der sich freundlicherweise Gedanken gemacht und mit mir Kontakt aufgenommen hat - als
nicht EU-Bürger jedoch keine Chance zum Bezahlen hat.
Das Experiment zeigt also ein recht deutliches Ergebnis: als Geschäftsmodell ist diese Lizenz kaum geeignet. |
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| © Christian Drohm | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||